Passagierschiffe im Helgolanddienst
Meldungen aus dem 2. Halbjahr 2022

(Fahrplandaten der Reedereien ohne Gewähr)

 

1. Oktober 2022 - Expedition mit "HANSEATIC nature" ...

 

... folgt nach der Sommersaison 2022 in Wort und Bild.

 

Hier bereits ein Videoclip (13 MB / © Alexander David) von der Fahrt vor Helgoland

mit einem Zodiac der "HANSEATIC nature".

 

 

 

Die Sommersaison 2022 in Wort und Bild ...

 

Aufgrund der Corona-Pandemie wurde in 2020 und 2021 die Saison erst verspätet gestartet. Auch wenn Corona unverändert ein Thema ist, konnte in diesem Jahr der Passagierverkehr nach Helgoland wieder wie sonst auch im April anlaufen. Einschränkungen gab es nur noch sehr wenige. In den Salons der Passagierschiffe war das Tragen eines Mund-Nasenschutzes weiterhin obligatorisch, alle anderen Corona-Regulierungen wurden in Verbindung mit einer Helgoland-Fahrt aufgegeben.  

 

 

Der neue Katamaran "Nordlicht II" bei der Anfahrt auf Helgoland.

 

 

Die Flotte im Überblick

 

Trotz der Corona-Lockerungen kehrte man im Jahr 2022 nicht zum Aus- und Einbooten zurück. Folglich machen alle Passagierschiffe weiterhin im Hafen an der Pier fest. In der Helgoland-Flotte gab es in dieser Saison einige Veränderungen. Mit "Nordlicht II" und "Adler Jet" stießen zwei neue Katamarane in die Flotte, zudem kehrte die "Fair Lady" in den Helgoland-Verkehr zurück, blieb bei der Anzahl ihrer Einsätze aber weit unter den ambitionierten Ankündigungen der Reederei aus dem April 2022. Das Seebäderschiff "Lady von Büsum" wurde sozusagen Opfer der neuen Katamaran-Verbindung ab Büsum und wurde gar nicht mehr eingesetzt. Somit sind in diesem Jahr, wenn alle Schiffe nach Plan fahren, was häufig nicht der Fall ist, fünf Schiffe täglich im Helgoland-Einsatz, maximal können es bei aktuellem Fahrplangefüge auch bis zu sieben werden.   

 

 

Die Helgoland-Flotte auf einem Bild: Vorne im Binnenhafen der "Adler Jet" (1), am Cassen-Eils-Wai der "Adler Cat" (2), am Westdamm die "Fair Lady" (3), an der Südkaje die "Funny Girl" (4), am Süddamm die "Helgoland" (5), an der neuen Südkaje der "Halunder Jet" (6, nur Brücke des Schiffes zu sehen) und die "Nordlicht II" vor der Hafeneinfahrt (7). Zu Beginn der Saison wurde die "Nordlicht II" noch durch den Katamaran-Pionier "Nordlicht" ersetzt.

 

Die Mehrzahl der Schiffe in der Helgoland-Flotte sind inzwischen Katamarane. Unten das noch verbliebene Triple der "konventionellen" Seebäderschiffe im Südhafen: M/S Helgoland, M/S Funny Girl, M/S Fair Lady (v.l., alle Reederei Cassen Eils).  

 

 

 

 

Die Flotte im Detail

 

 

M/S Helgoland wird weiterhin sommers wie winters auf der Cuxhaven-Route eingesetzt.

 

 

 

 

 

Der "Halunder Jet" im neuen rot-weißen FRS-Look, der ab dem letzten Jahr Einzug gehalten hat. Nachdem sich das aufgeklebte Design im Vorjahr durch die Wellen abgelöst hatte, wählte man nun einen nachhaltigeren Anstrich.

 

 

 

 

 

Geht es nach der Anzahl der Einsatzjahre im Helgoland-Verkehr, ist die "Funny Girl" das dienstälteste Schiff in der Flotte. Die "Funny Girl" wird unverändert im Sommerfahrplan täglich auf der Büsum-Route eingesetzt.

 

 

 

 

 

Die "Fair Lady" wurde nicht so häufig eingesetzt wie erwartet. Zwar ersetzte das Schiff die "Funny Girl" in der Vor- und Nachsaison auf der Büsum-Verbindung, der für den Sommer vorgesehene "Drei-Häfen-Plan", wie er von der Reederei Cassen Eils bezeichnet wurde und hiernach fast täglich abwechselnd die Häfen Bremerhaven, Hooksiel und Langeoog mit der Insel verbinden sollte, verlief rückblickend aber eher enttäuschend mit nur einigen bis wenigen Fahrten aus Hooksiel und Langeoog. Bremerhaven mußte sich der Übermacht der zahlreichen Cuxhaven-Verbindungen beugen und wurde gar nicht mehr angelaufen.    

 

 

 

 

 

Erstmals schickte die Reederei Cassen Eils zwischen Cuxhaven und der Insel neben ihrem Stammschiff M/S Helgoland auch einen Katamaran ins Rennen, der sich damit nicht nur reedereiintern, sondern auch zur FRS-Schnellverbindung mit dem "Halunder Jet" in Konkurrenz befand. In der absoluten Hochsaison wurde dafür die brandneue "Nordlicht II" eingesetzt, die im letzten Jahr in Singapur fertiggestellt wurde.    

 

 

 

 

 

Außerhalb der absoluten Hochsaison wurde der 1989 in Betrieb genommene und vor dieser Saison grundüberholte etwas kleinere Katamaran "Nordlicht" eingesetzt, der bisher fast ausschließlich im Verkehr zwischen Emden, Eemshaven und Borkum im Einsatz war. Ein völlig Unbekannter ist die "Nordlicht" zwar auch auf Helgoland nicht, der letzte fahrplanmäßige Einsatz liegt allerdings schon 22 Jahre zurück.

 

 

 

 

 

Beim "Adler Cat" gibt es im Jahr 2022 leichte Änderungen im Fahrplan. Fuhr der Katamaran den Roten Felsen bisher montags bis freitags von Sylt und Amrum an, ist es nun sonntags bis mittwochs. Donnerstags gibt es neuerdings eine schnelle Direktverbindung von Sylt ohne Zwischenstop auf Amrum. Freitags und samstags pendelt das Schiff zwischen Cuxhaven und Sylt ohne Helgoland-Anlauf.

 

 

 

 

 

Nach der letzten Saison erwarb die Adler-Reederei einen zweiten Katamaran für den Helgoland-Verkehr. Das ehemals als "Salten" in Norwegen eingesetzte Schiff fährt in diesem Jahr erstmals als "Adler Jet" von diversen Häfen nach Helgoland, nämlich von Wittdün auf Amrum, Büsum, Norddeich, Norderney, Hooksiel und Wilhelmshaven.

 

 

 

 

Fahrplanwesen

 

Die Hinweistafeln am südlichen und nördlichen Ende des Gebäudes auf der Landungsbrücke waren über Jahrzehnte der zentrale Anlaufpunkt, wenn man sich auf der Insel tagesaktuell über die Verbindungen der Passagierschiffe im Helgoland-Verkehr informieren wollte. Nachdem die Seebäderschiffe und Katamarane gänzlich im Hafen festmachen und das Internet mehr denn je zur Verfügung steht, hat sich Bedeutung der Tafeln als Informationsquelle relativiert. Aber gerade für Gäste, die analoge Mitteilungen bevorzugen, wären die Hinweistafeln weiterhin als zentrale Anlaufstelle sinnvoll und greifbarer als Hinweise auf Zetteln im Fenster der Kurverwaltung, wo sie vielleicht zwischen Wetterbericht und Öffnungszeiten des Schwimmbades untergehen.       

 

 

Zu Beginn der Saison wurden nur die langjährigen Hauptverbindungen mit den Schiffen "Helgoland", "Funny Girl" und "Halunder Jet" auf der Landungsbrücke ausgewiesen. Auf die Anzeige von "Adler Cat", "Adler Jet" und "Nordlicht" wurde verzichtet. Dies ist in gewisser Weise nachvollziehbar, da die Fahrpläne dieser Katamarane im Grunde schon nicht besonders intuitiv gestaltet waren, durch häufige kurzfristige Fahrplananpassungen verschiedenster Gründe noch komplexer wurden und dadurch auf einer analogen Fahrplaninformation tagesaktuell kaum noch darstellbar waren.

 

 

 

Im Zenit der Hauptsaison wurden dann auch die Katamarane "Adler Cat", "Adler Jet" und "Nordlicht II" mit Ort des Helgoländer Abfahrthafens (Binnen oder Süd) angezeigt, allerdings verzichtete man nun bei allen Schiffen auf detailliertere Daten wie den Zielhafen und die Abfahrtszeit. Diese versuchte man mit gedruckten Fahrplantabellen auf Papier darzustellen, die zusätzlich in die Hinweistafel gehängt wurden (unten im Bild), die aber kurzfristige Anpassungen auch nicht berücksichtigen konnten. Besonders hingewiesen wurde mit einem eigenen Zettel (oben links) auf die Fahrzeiten der "Nordlicht II" nach Cuxhaven und Büsum. Oben rechts informierte die Gemeinde Helgoland zudem, daß das 9-Euro-Ticket nicht für die Benutzung der Dünenfähre berechtigt.

 

 

 

Am Samstag, dem 23. Juli 2022 wurde auf der Informationstafel die Besucheranzahl mit 3.123 angegeben, der höchste Wert in dieser Saison. An diesem Tag ankerte das Kreuzfahrtschiff "Artania" vor der Insel und führte einen Landgang durch. Für die Hauptverbindungen mit den Schiffen "Helgoland", "Funny Girl" und "Halunder Jet" wurden jetzt wieder die Abfahrtszeiten angegeben. Zum Vergleich die Saisonhöchstwerte der Vorjahre: 3.360 am 12. August 2021 (Donnerstag) mit Corona-Beschränkung, 2.248 am 31. Juli 2020 (Freitag) mit Corona-Beschränkung, 3.837 am 6. August 2019 (Dienstag), 3.913 am 7. August 2018 (Dienstag), 3.503 am 14. August 2017 (Montag), 3.344 am 26. Juli 2016 (Dienstag), 3.462 am 13. August 2015 (Donnerstag) und 3.952 am 6. August 2014 (Mittwoch).

 

 

 

 

 Dienstags und donnerstags führen die "Helgoland" und der "Halunder Jet" einen verlängerten Inselaufenthalt durch. Die entsprechend spätere Abfahrt findet man am 26. Juli 2022 (Dienstag) auf der Informationstafel. Unten rechts unverändert vorhanden: Der Fahrplan der "Nordlicht II" nach Cuxhaven und Büsum. Dieser ist allerdings nicht mehr gültig, da die ursprünglich geplanten Fahrzeiten nicht zu halten waren und von der Reederei zum 18.07.2022 angepaßt wurden.  

 

 

 

Kurzfristige Fahrplanänderungen findet man in der Regel nicht mehr auf der Landungsbrücke, sondern z.B. bevorzugt in den Fenstern der Tourist-Information im Atoll:

 

 

Blickt man auf die gesamte Sommersaison, war der Fahrplan der von Cuxhaven und Büsum alternierend agierenden Katamarane "Nordlicht" und "Nordlicht II" vorsichtig ausgedrückt recht flexibel, zuweilen unberechenbar. Der Saisonauftakt mußte verschoben werden, da kein Katamaran zur Verfügung stand. Das Saisonende von Büsum und Cuxhaven wurde jeweils um ca. einen Monat vorgezogen, Katamaran-Wechsel zwischen "Nordlicht" und "Nordlicht II" wurden umdatiert, zusätzlich angekündigt und dann doch wieder abgesagt. Für mehrere ursprünglich von Büsum angesetzte Fahrten stand der Katamaran dann doch nicht zur Verfügung, bei weiteren Absagen wurden Personalausfälle und

betriebsbedingte Störungen angeführt. Über einen kurzen Zeitraum verhinderte das defekte Sperrwerk in Büsum die Fahrten und mitten in der Saison wurde die dritte Fahrt an Samstagen ab / nach Cuxhaven diskret aus dem Fahrplan genommen. Die Fahrzeiten von 75 Minuten ab / nach Cuxhaven sowie 1 Stunde und 45 Minuten auf der Büsum-Route erwiesen sich als zu optimistisch und führten zu Verspätungen. Mitte Juli wurden daher die Abfahrtzeiten teilweise angepaßt und die Liegezeiten in den Häfen gestreckt. Dazu kamen noch einige Absagen durch Wind und Wetter. Sogar Probleme im Fährverkehr zwischen Emden und Borkum strahlten bis nach Helgoland aus, da die "Nordlicht II" die "Nordlicht" aufgrund eines technisch bedingten Ausfalls ersetzen mußte (Foto oben). Zusammenfassend läßt sich feststellen, daß es zwischen der Fahrplan-Ankündigung der Reederei vor der Saison und der tatsächlichen Umsetzung deutliche Divergenzen gibt. Natürlich sind die Rahmenbedigungen aufgrund der aktuellen Lage nicht einfach, aber wenn die Reederei einen Fahrplan ankündigt, den "es für Helgoland noch nicht gegeben hat" (Monatszeitschrift "Der Helgoländer", Nr. 696, April 2022, S. 7), muß man sich an der Bekanntmachung auch messen lassen dürfen.

 

 

 

Der neu eingesetzte Katamaran "Adler Jet" hatte zwar einige wetterbedingte Absagen zu verzeichnen, fuhr aber sonst auf der Strecke von Norddeich bzw. Norderney und zurück samstags bis mittwochs in der Regel planmäßig. Recht stiefmütterlich behandelt wurde jedoch donnerstags und freitags die Route von Büsum nach Amrum und weiter nach Helgoland, die aus betrieblichen Gründen mehrfach ausfiel, insbesondere freitags (oben). Ab Ende August fuhr der "Adler Jet" freitags dann plötzlich ab Wilhelmshaven und Hooksiel. Obwohl das Schiff also an diesem Wochentag für die Route Büsum - Amrum - Helgoland dadurch gar nicht mehr zur Verfügung stand, blieb diese Verbindung im Fahrplan auf der Homepage von Adler-Eils bis zum Saisonende erhalten.

 

 

 

Teilweise wurde die freitags durch den "Adler Jet" nicht angebotene Verbindung zwischen Amrum und Helgoland vom "Adler Cat" wahrgenommen (oben), dieser kam aber nicht aus Büsum, sondern aus Cuxhaven und sollte eigentlich nach Sylt fahren. Der Anschluß nach Sylt konnte durch den "Adler-Express" aufgefangen werden, die potentiellen Fahrgäste zwischen Büsum und Amrum hatten aber das Nachsehen. Ansonsten fuhr der "Adler Cat" sonntags bis donnerstags zwischen Sylt bzw. Amrum und Helgoland sowie freitags und samstags zwischen Cuxhaven und Sylt in der Regel planmäßig, wenn es das Wetter zuließ, aber auch hier kam es zu überraschenden Absagen. So wurde der "Adler Cat" z.B. mehrfach für Windparkfahrten vom belgischen Ostende aus der Deutschen Bucht abgezogen.  

 

 

Zusammenfassend kann man konstatieren, daß man bei langfristigen Reiseplanungen mit Hotelaufenthalt auf Helgoland oder dem Festland sowie Anschlußverbindungen zu / von den Küstenhäfen mit den Hauptverbindungen ("Helgoland", "Halunder Jet", "Funny Girl") deutlich verläßlicher fährt. Fahrten mit "Nordlicht" / "Nordlicht II", "Adler Cat" und "Adler Jet" eignen sich vorrangig für spontane Touren und / oder für Fahrgäste mit flexibler Reiseplanung. 

 

 

 

 

"Adler Cat" (links) und "Adler Jet" am 26. August 2022 gemeinsam im Binnenhafen. Anläßlich der ersten Fahrt des "Adler Jet" von Wilhelmshaven und Hooksiel ist das Schiff über die Toppen geflaggt. In der Folge stand die reaktivierte Verbindung immer freitags auf dem Programm. Hooksiel wurde in dieser Saison vereinzelt auch von der "Fair Lady" bedient, aber eine Verbindung zwischen Wilhelmshaven und Helgoland gab es lange nicht, genauer gesagt zuletzt 2014 mit M/S Helgoland (vormalige und jetzige "Westfalen" der AG Ems).

 

 

 

Am 25. Juli 2022 wurde den Fahrgästen des "Adler Jet" von Norddeich und Norderney mit 6,5 Stunden ein sehr langer Inselaufenthalt geboten. Ursache war eigentlich eine nicht öffentliche Fahrt von Hooksiel zum Offshore-Windpark Nordergründe. Der "Adler Jet" wurde dafür aus Norderney kommend nach der Ankunft auf Helgoland gegen 12:00 Uhr umgehend leer nach Hooksiel überführt und kehrte im Anschluß an die Windpark-Tour von Hooksiel wieder leer nach Helgoland zurück. Das Foto zeigt den Katamaran um 18:30 Uhr bei seiner Abfahrt im Binnenhafen in Richtung Norderney und Norddeich.    

 

 

 

Zeitweise war es recht voll im Südhafen, insbesondere an den Tagen, an denen die "Fair Lady" Kurs auf den Roten Felsen nahm. Da die "Fair Lady" und die "Nordlicht II" denselben Anleger am südlichen Westdamm benutzten, mußten beide Schiffe wechselseitig den Anleger räumen. Am Vormittag machte die "Nordlicht II" am Westdamm fest, machte sich aber nach Wechsel der Fahrgäste umgehend zurück auf den Weg nach Cuxhaven. Somit war der Weg frei die "Fair Lady", die mittags den Westdamm ansteuerte. Als der Katamaran am Nachmittag das zweite Mal in den Südhafen einlief, wurde es eng und die "Fair Lady" mußte den Westdamm freimachen.

 

 

Es war zu beobachten, daß zwei Varianten zur Anwendung kamen, um der "Nordlicht II" den Anleger zu überlassen: Entweder vollführte die "Fair Lady" mit langsamer Geschwindigkeit einige Kurse auf der Helgoländer Reede (Foto oben), oder sie wich auf den Ostdamm aus (unten). Dabei ragte das Vorschiff der "Fair Lady" einige Meter über den Anleger hinaus.

 

 

 

 

Nachdem nun die "Nordlicht II" die Fahrgäste der zweiten Fahrt abgesetzt hatte, mußte der Katamaran seinerseits den Westdamm räumen, da das Boarding der "Fair Lady" anstand. In dieser Zeit lag die "Nordlicht II" auf Reede vor der Insel (Foto oben). Nach Abfahrt der "Fair Lady" kehrte der Katamaran an den Westdamm zurück, um die Fahrgäste für die zweite Rückfahrt aufzunehmen.

 

 

 

 

Hier ist die "Fair Lady" am 24. Juli 2022 im Helgoländer Südhafen zu sehen. Ein Bild wie jedes andere? Nicht ganz, denn an diesem Tag kam das Schiff aus Langeoog und erweckte damit eine Verbindung zu neuem Leben, die es 18 Jahre nicht gegeben hatte. Zuletzt bediente die "Funny Girl" 2004 planmäßig die Route zwischen Langeoog und dem Roten Felsen. Leider sah man der "Fair Lady" diese besondere Fahrt äußerlich nicht an.

 

 

 

Ungeachtet dessen kann aber nicht übersehen werden, daß die "Fair Lady" die meiste Zeit dieses Sommers untätig im Fischereihafen in Cuxhaven lag (Foto oben).

 

 

 

 

Die "Lady von Büsum" sah man im Jahr 2022 auf Helgoland gar nicht mehr. Bei Bedarf sollte auf das Schiff zurückgegriffen werden, dieser Bedarf stellte sich aber offenbar nicht ein. Auch als Ausflugsschiff von Büsum für Küsten- oder Seehundfahrten brauchte man das Schiff nur sehr selten. Die Einsätze lassen sich über das ganze Jahr an einer Hand abzählen.  

 

 

 

 

Der "Halunder Jet" machte in der Vergangenheit traditionell immer am Westdamm fest, in der Saison 2022 aber bevorzugt an der neuen Südkaje (oben), die sonst immer der "Helgoland" als Anleger diente, die ihrerseits auf den Süddamm auswich. Möglicherweise waren den ganzen Sommer über andauernde Arbeiten an der Südkaje die Ursache (unten), die dazu führten, daß nicht die gesamte Länge des Anlegers zur Verfügung stand und dieser für die "Helgoland" zu kurz gewesen sein könnte.

 

 

 

 

 

 Am 4. August 2022 traten beim "Halunder Jet" auf der Hinfahrt technische Probleme bei der Antriebstechnik auf. Der Katamaran konnte die Insel zwar noch erreichen, die Rückfahrt mußte aber abgesagt werden. Die Fahrgäste wurden von der "Helgoland" aufgenommen. Am folgenden Vormittag fuhr der "Halunder Jet" ohne Fahrgäste zurück nach Hamburg. Vom 6. bis zum 8. August war der Katamaran wieder im Einsatz, aber mit reduzierter Geschwindigkeit, was zu längeren Fahrzeiten führte. Am 9. August 2022 war das Schiff wieder planmäßig unterwegs, lediglich die Fahrt zum Offshore-Windpark wurde noch abgesagt. Das Foto oben zeigt den "Halunder Jet" am 7. August 2022 beim Anlegemanöver an der Südkaje. Der Zeitstempel der Aufnahme zeigt 14:33 Uhr. Die reguläre Ankunft wäre um 12:45 Uhr gewesen. 

 

 

 

Solange man denken kann, befindet sich ein blauer Container der Reederei Cassen Eils für den Fahrkartenverkauf

im Südhafen an der Westkaje nahe dem DGzRS-Schuppen.

 

 

Hier ist der Container über dem Vorschiff des "Adler Cat" gut zu sehen.

 

Aber dann:

 

 

Wupps - weg ist der Container. Zurück blieb nur der Türvorleger ...

 

 

 

Auf der Suche nach dem Container führte die Spur zu M/S Helgoland. Erstaunlich, was alles auf das Vorschiff paßt.

 

Als Anlaufstelle für Fahrkarten nennt die Reederei übrigens

Lotto-Lunter in der Siemensterrasse oder die Kurverwaltung im Atoll.

 

 

 

Die Nordlichter

 

Nachdem der neue Katamaran "Nordlicht II" der AG Ems aufgrund eines verspäteten Transports von Singapur nach Deutschland im Jahr 2021 noch nicht eingesetzt werden konnte, sollte das Schiff ab diesem Frühjahr für Cassen Eils auf Kurs Helgoland gehen. Entgegen der ursprünglichen Promotion seitens der Reederei wurde die "Nordlicht II" aber nur zwischen Mitte Juni und erstem Drittel September zum Roten Felsen eingesetzt. Außerhalb dieser Periode wurde auf die kleinere "Nordlicht" zurückgegriffen. Primär wurden von der "Nordlicht" und der "Nordlicht II" die Cuxhaven-Route bedient, aber auch von und nach Büsum waren die Katamarane unterwegs, wie zuletzt (wenn man mal von den einzelnen Sonderfahrten des "Adler Cat" im Winter absieht) der "Cat No.1" Anfang der 2000er-Jahre. Gäste ab Büsum kommen jetzt also auch wieder in den Genuß des Katamaran-Feelings. Wie man beim "Cat No.1" in der Vergangenheit schon gesehen hat, macht aus Sicht der Fahrzeit der Einsatz eines Katamarans von Büsum aber nur bedingt Sinn, denn im Wattenmeer westlich von Büsum kann das Schnellschiff seine Geschwindigkeit nicht ausspielen und braucht bei mindestens 1:45 Stunden nur mäßig weniger als das Seebäderschiff.

 

Da die "Nordlicht" - wie bereits erwähnt - über 20 Jahre planmäßig nicht mehr nach Helgoland gefahren ist,

wird das Schiff hier mit einigen Bildern genauer vorgestellt:

 

 

Die "Nordlicht" an der Alten Liebe in Cuxhaven - aufgrund des bisherigen Einsatzgebietes im Borkum-Verkehr hier anfangs noch ein ungewohnter Anblick.

 

 

 

Der Zu- und Ausstieg erfolgt interessanterweise über das Vorschiff.

 

 

 

Auf der "Nordlicht" ist auch das hintere untere Freideck für Passagiere freigegeben, wo man dem Wasser sehr nah ist.

 

 

 

Und hier das hintere obere Freideck.

 

 

Die "Nordlicht" verfügt über zwei Buchungsklassen:

 

 

Die sogenannte "Comfort Class" befindet sich auf dem Hauptdeck.

 

 

 

In der "Captain's Class" auf dem Oberdeck ist ein Aufschlag erforderlich.

 

Die Einrichtung wurde dem neuen Katamaran "Nordlicht II" angepaßt.

Eine Zwischenklasse namens "Comfort Plus" gibt es auf der "Nordlicht" nicht, sondern nur auf der neuen "Nordlicht II".

 

 

 

Vorschiff der "Nordlicht" mit der Ankerwisch.

 

 

 

Die "Nordlicht" rauscht an der Düne vorbei zurück Richtung Cuxhaven.

 

 

 

Nach getaner Arbeit kehrt am Abend an der Alten Liebe in Cuxhaven Ruhe ein.

 

 

Die "Nordlicht II" wurde bereits im Bericht über ihre Jungfernfahrt am 28. November 2021 ausführlich vorgestellt.

Hier noch einmal eine kleine Einführung mit Bildern aus der aktuellen Saison:

 

 

Während die "Nordlicht" in Cuxhaven ausschließlich an der "Alten Liebe" festmacht, benutzt die "Nordlicht II" auch den Anleger im Fährhafen (oben), meist für die Anläufe am Mittag oder Nachmittag. Morgens und abends ist der Anleger im Fährhafen durch die "Helgoland" belegt, sodaß für die erste Abfahrt bzw. die letzte Ankunft des Tages die "Alte Liebe" von der "Nordlicht II" genutzt wird, wo auch die Übernachtung erfolgt.   

 

 

 

Die "Nordlicht II" bei voller Fahrt auf dem Weg nach Helgoland.

 

 

 

Die "Captain's Class" bietet gute Sicht auf das Vorschiff und - wenn das Wetter mitspielt - auch auf den langsam näher kommenden Roten Felsen.

 

 

 

Die "Captain's Class" auf dem vorderen Oberdeck.

 

 

 

Ebenfalls auf dem Oberdeck befindet sich im hinteren Bereich die "Comfort Plus"-Klasse.

 

 

 

Vergleicht man eine Reise der "Nordlicht" bzw. der neuen "Nordlicht II" mit dem etablierten "Halunder Jet", läßt sich feststellen, daß der Einstiegspreis der Tickets bei den "Nordlichtern" etwas niedriger liegt als bei der Konkurrenz. Beim "Halunder Jet" ist jede Fahrt automatisch mit einer Sitzplatzreservierung verbunden, bei "Nordlicht" und "Nordlicht II" gibt es keine Reservierungen. Nach eigenen Beobachtungen ist der "Halunder Jet" zwischen Cuxhaven und Helgoland in der Regel etwa 3 bis 4 Knoten schneller unterwegs und legt die Strecke dadurch etwas fixer zurück. Cassen Eils gibt für die "Nordlicht" bzw. die "Nordlicht II" zwar im Fahrplan eine Fahrzeit von 75 Minuten an, in der Praxis sind es aber eher 90 Minuten. Dafür spricht auch, daß Cassen Eils in der Mitte der Saison die Abfahrtszeiten angepaßt hat. Die "Nordlicht" bzw. die "Nordlicht II" brechen teilweise aus dem "normalen" Fahrplangefüge im Helgoland-Verkehr (vormittags hin, nachmittags zurück) aus, wodurch sich alternative An- und Abreiseoptionen ergeben.    

 

 

 

Während der Saisonphase, in der die "Nordlicht" zwischen Cuxhaven sowie Büsum und Helgoland pendelt, wird die neue "Nordlicht II" nach Borkum eingesetzt und umgekehrt. Eigentlich sollte an dieser Stelle die "Nordlicht II" auch im Borkum-Verkehr in Fahrt gezeigt werden. Eine gute Gelegenheit wäre eigentlich eine Mitfahrt auf der "Romantika" der Holland Norway Lines gewesen, die seit diesem Jahr zwischen Eemshaven / NDL und Kristiansand / NOR als Nachtfähre eingesetzt wird und zwischen Eemshaven und Borkum den Fahrweg der "Nordlicht II" von Emden kreuzt. Ausgerechnet bei der Mitfahrt auf der "Romantika" am 11. Juni 2022 streckte ein technischer Defekt die "Nordlicht II" nieder.     

 

 

So blieb als Ausbeute nur ein Foto mit dem großen Teleobjektiv von der ausgebremsten "Nordlicht II" im Borkumer Hafen.

 

 

 

Einen Vorteil hatte der Ausfall der "Nordlicht II" allerdings, denn die AG Ems schickte als Ersatz vermehrt das ehemalige Helgoland-Schiff "Westfalen" ins Rennen, das dadurch in der Emsmündung in Aktion abgelichtet werden konnte.

 

 

 

Für den unwahrscheinlichen Fall, daß man mal nicht mit dem Schiff nach Helgoland fahren möchte: Auch die angesprochene Tour mit der "Romantika" zwischen Eemshaven und Kristiansand ist durchaus eine Reise wert.

 

 

Die für ein funktionales RoPax-Schiff vergleichsweise formschöne "Romantika" in Eemshaven.

 

 

 

Vor ihrem Einsatz zwischen den Niederlanden und Norwegen befuhr die "Romantika" für Tallink jahrelang unterschiedliche Strecken auf Ostsee zwischen Stockholm, Riga, Helsinki und Tallin. Das Foto oben zeigt das Schiff im Jahr 2010 in Riga.

 

 

 

Doppel-Wumms bei Adler

 

Die Adler-Reederei weitet ihrem Helgoland-Einsatz wie bereits angesprochen mit einem zweiten Katamaran auf neuen und vakanten Strecken deutlich aus. War es 2018 zunächst der "Adler Cat", den Adler vorrangig für den Helgoland-Verkehr erwarb, stößt nun der "Adler Jet" zur Flotte, den die Reederei auch wieder aus Norwegen gewinnen konnte.  

 

 

Farblich wurde der "Adler Jet" den anderen Schnellschiffen der Reederei angeglichen. Charakteristisch für Adler sind die Streifen am Schiff in einem Farbton, der irgendwo zwischen hellem Beige und mattem Orange liegt.

 

 

 

 

Der "Adler Jet" legt in der Saison 2022 ausschließlich im Binnenhafen an.

 

 

 

 

 

Blick in den Salon auf dem Hauptdeck (oben). Hier befindet sich auch der Kiosk (unten).

 

 

 

 

Auf dem Oberdeck befindet sich die VIP-Lounge (ein geschlossener Bereich inkl. Softdrinks & Kaffee), der gegen Aufschlag gebucht werden kann.

 

 

 

Das Treppenhaus auf dem Hauptdeck: Der Fahrkarten-Tresen wird im Helgoland-Verkehr nicht genutzt und stammt - ebenso wie die Beschriftung "Billett Kontor" - noch aus der Einsatzzeit in Norwegen. 

 

 

 

Blick auf die Brücke.

 

 

 

Der Außenbereich auf dem Oberdeck verfügt über einige Sitzplätze, die bei gutem Wetter schnell belegt sind.

 

 

 

Seitenbereich des Oberdecks mit Blick Richtung Brücke. Links ist der Hafen von Norderney zu erkennen.

 

 

 

 

Der "Adler Jet" in Norddeich.

 

 

 

 

 

Wie bereits angedeutet findet man auf dem Schiff noch Relikte aus der norwegischen Vergangenheit, z.B. im Treppenhaus. Und tatsächlich ist der "Adler Jet" auch immer noch mit einem Rettungsring unterwegs, auf dem noch der bisherige Schiffsname "Salten" mit dem alten Heimathafen Narvik steht.

 

Apropos bisheriger Schiffsname "Salten" ...

 

 

Dieses Archiv-Foto in Bodø / NOR aus dem Jahr 2007 zeigt den Katamaran "Adler Jet" als "Salten" in seiner ehemaligen Umgebung. Damals fuhr das Schiff von hier als "Nordlandsekspressen" nach Svolvær / NOR auf den Lofoten. 

 

 

Der "Adler Jet" hat übrigens auch ein Schwesterschiff, das unter dem Namen "Steigtind" auch als "Nordlandsekspressen" unterwegs war. Dieses Schiff wird man aber heute in Nordeuropa oder gar in der Deutschen Bucht nicht mehr zu sehen bekommen, denn es wurde vor einigen Jahren als "New Dolphin" nach Korea verkauft.

 

 

Der Katamaran "Steigtind" im nächtlich-winterlichen Svolvær.

Das Vorschiff im Vordergrund gehört der "Richard With" von Hurtigruten.

 

 

 

 

Dünenfähre und Börteboote

 

Die "Witte Kliff" ist auch 2022 das Hauptschiff im Dünenverkehr.

 

 

Unterstützt wird die "Witte Kliff" im Dünenverkehr wie im letzten Jahr durch die Börteboote "No.1", "No.6", "Rasmus", "Sellebrunn", "Atlantis" und "Hamborger Lock", die auch nach Ende der coronabedingten Beschränkungen im Anlandungsbetrieb nicht mehr eingesetzt werden.

 

 

In der aktuellen Saison werden weniger Börteboote zur Düne eingesetzt als in den Jahren 2020 und 2021, da es bei "Witte Kliff" keine coronabedingte Beschränkung hinsichtlich der Fahrgastzahl mehr gibt und somit wieder die maximale Anzahl an Passagieren mitgenommen werden kann.

 

 

 

Erstmals 2022 auf einem Bild zu verewigen: "Witte Kliff" und "Adler Jet".

 

 

Nach Abschluß der Instandsetzung des Binnenhafens im letzten Jahr liegen alle in der Börte noch aktiven Boote jetzt wieder vor den Hummerbuden.

 

 

Vorne links das Boot "Rasmus", daneben "Sellebrunn", dahinter links "No.6", rechts "No.1", dann "Atlantis", dann links "ePirat" und daneben "Hamborger Lock".

 

Unten ein größerer Ausschnitt des Binnenhafens, auf dem links auch noch das Boot "Claudia" zu sehen ist, über Jahrzehnte Bestandteil der Börte, das nun aber nur noch privat genutzt wird.

 

 

 

 

 

Seit dem 7. Dezember 2018 ist die Helgoländer Dampferbörte Bestandteil des immateriellen UNESCO-Kulturerbes. Auf der Landungsbrücke weist ein Schild über dem Eingang zum Nummel-Tower auf diesen Umstand hin.

 

 

 

Erhalten geblieben aus dieser Historie ist immer noch ein kleiner Teil des Anladungsverkehrs, denn die ankommenden Fahrgäste können sich von der "Helgoland" (Foto) und der "Funny Girl" weiterhin mit dem Börteboot ausbooten und direkt zur Düne bringen lassen. Bis zum letzten Jahr war dies auch von der "Lady von Büsum" aus möglich, aber dieses Schiff wird wie erwähnt in dieser Saison nicht mehr eingesetzt.

 

 

Ein weiterer fester Bestandteil in der Geschichte der Helgoländer Dampferbörte ist die jährlich am 10. August vor der Insel stattfindende Börteboot-Regatta.

 

 

Für den 10. August 2022 wurde die 70. Ausgabe angekündigt.

Nach eigenen Aufzeichnungen müßte es die 67. Regatta sein.

 

 

 

Zur Börteboot-Regatta kommen auch mehrere Börteboote zur Insel, die teilweise schon länger nicht mehr in der Börte im Einsatz waren, sich nun in Privatbesitz befinden und an Küstenhafen am Festland beheimatet sind, hier im Bild die Boote "Meedland" (links) und "Spikkerpeter".   

 

 

 

Die Boote "Spikkerpeter" (hinten) und "Frauke" nach der Börteboot-Regatta

auf der offenen Nordsee auf dem Rückweg zur Küste.

 

Unten das Boot "Meedland" im Hamburger Hafen.

 

 

 

 

In den Jahren 2020 und 2021 lief der Dünenverkehr coronabedingt vorrangig nicht über die Treppe 2, sondern über die Auslegerbrücke mit den Treppen 3 bis 5, da hier die Ströme der Fahrgäste zur und von der Düne besser getrennt werden können. In der aktuellen Saison wird die Düne aber wieder über die Standard-Treppe 2 bedient, wobei auf der Mitfahrt ein Mund-Nasenschutz weiterhin verpflichtend anzulegen ist.

 

 

Da aber im Bereich der Landungsbrücke in diesem Jahr eine Kampfmittelräumung und Wassertiefeninstandsetzung erfolgt, ist die Treppe 2 zeitweise nicht verfügbar, sodaß die Dünenfähre auf eine andere Treppe ausreichen muß, wie z.B. auf die Treppe 6 (unten).

 

 

 

 

Rechts die offizielle Information zu den Baggerarbeiten an der Landungsbrücke. Links noch einmal die bereits angesprochene Information zum 9-Euro-Ticket.

 

 

 

Oben sind die Baggerarbeiten in Bereich von Treppe 2 voll im Gange.

 

Unten sind vor der Spitze der Landungsbrücke Taucher zur Kampfmittelsuche im Einsatz. Auf dem Brückenkopf ist übrigens der neue Flaggenmast zu sehen. Der Alte war in der Hauptsaison 2021 abhanden gekommen.

 

 

 

 

Inselrundfahrten

 

Inselrundfahrten werden unverändert von der Helgoländer Dampferbörte und der Firma EMT angeboten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Betrachtet man die Fahrpläne für 2022, fällt auf, daß sich die Anzahl der Rundfahrten erhöht hat: Bei der Dampferbörte waren es 2021 noch drei Abfahrten pro Tag, in diesem Jahr sind es fünf. Bei EMT erfolgten im letzten Jahr fünf Rundfahrten pro Tag, die entweder vom Katamaran "Nathurn" oder vom Börteboot "Uranus" durchgeführt wurden. In der aktuellen Saison sind beide Schiffe jeweils fünfmal im Einsatz, die Anzahl der Fahrten wurde also verdoppelt. Zu den Tagesfahrten kommen im Hochsommer bei ansprechendem Wetter häufig noch sogenannte Sundowner-Fahrten. 

 

Tickets für die Inselrundfahrten der Dampferbörte gibt es weiterhin an der Dünenkasse auf der Landungsbrücke. Tickets für Fahrten mit EMT gibt es dort nicht mehr, sondern online oder neuerdings im Buchungsbüro in der Friesenstaße 58 nahe der Kreuzung zum Lung Wai.

 

 

 

Die Rundfahrten der Börte werden mit dem auf Elektroantrieb umgerüsteten Boot "ePirat" durchgeführt, teilweise aber auch mit Börtebooten, die weiter oben für den Dünenverkehr aufgelistet wurden.

 

 

 

Das Böteboot "Uranus" und der Katamaran "Nathurn" von EMT am Liegeplatz im Nord-Ost-Hafen.

 

 

 

Im Gegensatz zu den Rundfahrten der Börte ab und bis Landungsbrücke

starten und enden die Touren von EMT im Nord-Ost-Hafen.

 

 

 

Sowohl die Börte als auch EMT machten auf ihren Rundfahrten Abstecher in den Südhafen und, wie oben zu sehen, auch in den Binnenhafen. An der Zollmole im Hintergrund hat die "Nordlicht" festgemacht.

 

 

 

Neuer Binnenhafen

 

Bereits im letzten Jahr wurde im Verlauf der Saison die Instandsetzung des Binnenhafens abgeschlossen und anschließend auch von Passagierschiffen genutzt. Dies setzt sich in 2022 fort, allerdings teilweise mit anderen Schiffen.

 

 

In Ausnahmefällen kommt es vor, daß die "Nordlicht" den Binnenhafen anläuft und an der Zollmole abgelichtet werden kann. Überwiegend steuert der Katamaran allerdings den Südhafen an.

Die größere "Nordlicht II" macht ausschließlich im Südhafen fest. 

 

 

 

Zwei Katamarane im Binnenhafen sind nicht ungewöhnlich. Es gehört aber schon etwas Glück dazu, hier gleich drei Schnellschiffe vor die Linse zu bekommen, nämlich die "Nordlicht", den "Adler Cat" und den "Adler Jet" (oben von links).

 

 

Der Unterschied der Dimensionen zwischen "Adler Cat" und "Adler Jet" wird in dieser Einstellung besonders deutlich.

 

 

 

Eigentlich sollte der Binnenhafen nach der Instandsetzung rein touristisch genutzt werden und die Versorgungs- bzw. Entsorgungsschiffe an der neuen Südkaje festmachen. Während der Sanierung war dies auch der Fall. Um so erstaunter ist man, daß aktuell wie früher die Zollmole von diesen Schiffen genutzt wird:

 

 

Das Versorgungsschiff "Helgoland" im Binnenhafen und ...

 

 

... das Entsorgungsschiff "Björn M" ebendort.

 

 

Es handelt sich nicht um totale Einzelfälle, denn "Björn M" und "Helgoland" waren in der aktuellen Saison wiederholt im Binnenhafen zu sehen. Der Grund für diese Maßnahme ist nicht bekannt, eventuell könnten die Arbeiten an der Südkaje eine Rolle spielen.  

 

 

 

Kreuzfahrtschiffe

 

Coronabedingt sind immer noch weltweit nicht alle Länder und Häfen erreichbar, die vor der Pandemie fest auf den Routen der Kreuzfahrtschiffe lagen. Reedereien für vorrangig deutschsprachige Gäste setzten daher ihre Schiffe weiterhin verstärkt in West- und Nordeuropa ein, sodaß auch 2022 die Anzahl der Kreuzfahrtanläufe auf Helgoland vergleichsweise hoch ist.

 

 

Die "Artania" von Phoenix Cruises auf der Helgoländer Südreede.

 

 

 

 

Beim Ausbooten der Fahrgäste waren sowohl die eigenen Tender der "Artania"

als auch die Helgoländer Börteboote beteiligt.

 

 

 

Die "Artania" vor dem Südhafen, in dem die "Nordlicht II" zur Abfahrt bereitliegt.

 

 

 

 

Die "Europa 2" vor der Insel.

 

 

 

Die "Amera" hinter der Jugendherberge.

 

 

 

Die "Sea Cloud Spirit" ebenfalls auf der Nordreede.

 

Die Anläufe der Kreuzfahrtschiffe "Europa 2", "Amera" und "Sea Cloud Spirit" im Jahr 2022 wurden auf nordreport.de in eigenen Berichten ausführlich behandelt. Es folgt noch eine weitere Dokumentation über den Anlauf der "HANSEATIC nature" im Herbst dieses Jahres nach diesem Sommerbericht. 

 

 

Die Expeditionsschiffe von Hapag-Lloyd, wie die "HANSEATIC nature" (Foto oben), ankern bevorzugt

östlich des Schwimmbades nahe dem Nord-Ost-Hafen.

 

 

 

 

Der letzte Anlauf des Jahres: Zum Saisonfinale am 31. Oktober 2022 machte die "Spitsbergen" von Hurtigruten auf dem Weg von Tromsø / NOR nach Lissabon / POR und weiter in südliche Gefilde eine Stippvisite vor dem Roten Felsen. Hartnäckiger Nebel erschwerte die Dokumentation dieses Geschehens.   

 

 

 

 

2022 ist Hamburg der Basishafen für die "AIDAprima". Das Auslaufen aus Hamburg erfolgt in der Regel samstags, sodaß dann der "Halunder Jet" bei der Rückfahrt auf der Elbe der "AIDAprima" begegnet. 

 

Unten das Gegenfoto des "Halunder Jet" von der "AIDAprima".

 

 

 

 

 

Eigentlich sollte die "Seaventure" von VIVA Cruises (die frühere "Bremen" von Hapag-Lloyd") am 15. Juni 2022 den Roten Felsen anlaufen. Der Plan wurde aber kurzfristig geändert, da das Schiff an Iceland ProCruises verchartert wurde und dann ausschließlich für Grönland-Kreuzfahrten vorgesehen war. Zum Zeitpunkt des geplanten Helgoland-Anlaufs befand sich die "Seavanture" aber noch untätig in einem Seitenarm der Maas bei Rotterdam (Foto oben).     

 

 

 

Schiffe von oben

 

Auch 2022 hat Dennis Schmidt diverse Daten, Fakten und Fotos zusammengetragen, die in diese Dokumentation und auch andere Berichte dieses Jahres eingeflossen sind oder noch einfließen werden, so auch die nachfolgenden Bilder aus der Vogelperspektive im Bereich Cuxhaven und der Elbmündung. Vielen Dank für die Unterstützung!

 

 

M/S Helgoland

 

 

 

 

 

Katamaran "Halunder Jet"

 

 

 

 

 

Katamaran "Nordlicht II"

 

 

 

 

 

Katamaran "Adler Cat"

 

 

 

 

 

M/S Fair Lady

 

 

 

 

Ausflugsschiff "Wappen von Borkum"

 

 

 

Und hier die Schiffe in bewegten Bildern in diesem Videoclip (© Dennis Schmidt).

 

 

 

Flugverkehr

 

 

Der Ostfriesische Flug-Dienst (OFD) fliegt in diesem Sommer an fünf Tagen (Mittwoch bis Sonntag) erstmals von Uetersen-Heist jeweils zweimal pro Tag direkt nach Helgoland. Eigentlich sollte diese Verbindung schon 2020 eröffnet werden, doch die Corona-Pandemie machte diese Pläne zunichte. Durch die neue Destination werden aber die etablierten Verbindungen an diesen Tagen etwas weniger bedient, nämlich zweimal von Nordholz-Spieka und dreimal von Heide-Büsum. Montags und dienstags sind es maximal drei bzw. vier Flugpaare. Vor Beginn der Pandemie waren die Flieger zwischen Nordholz-Spieka und Heide-Büsum jeweils maximal viermal unterwegs.   

 

 

Die Maschine D-IOLK auf dem Rollfeld des Helgoländer Flugplatzes.

 

 

 

Wenn die Flieger aus Südwesten die Düne ansteuern, schweben sie nur in geringer Höhe über den Strandkörben und den Sonnenanbetern auf dem Südstrand hinweg, wie hier die Maschine D-IOLM.

 

Unten startet dasselbe Flugzeug über die Rollbahn 15/33 Richtung Norden.

 

 

 

 

 

Die Frisia-Luftverkehr GmbH Norddeich (FLN) hat weiterhin keine Fahrpläne für Linienflüge nach Helgoland veröffentlicht, Tagesausflüge von den ostfriesischen Inseln werden aber angeboten. Somit sind auch Flugzeuge der FLN auf der Düne unverändert präsent. 

 

 

 

 

Etwas abseits des eigentlichen Themas

 

Zum Abschluß noch ein paar Bilder von Ausflugsschiffen, die im Helgoland-Verkehr tätigen Reedereien angehören und / oder Schiffen, die früher im Dienst zum Roten Felsen gestanden haben.

 

 

 

Die "Wappen von Borkum" der AG Ems (oben) führte 2021 erstmals für die Tochtergesellschaft Cassen Eils Ausflugsfahrten von Cuxhaven aus durch. Das Reederei-Emblem von Cassen-Eils war damals schon an den Schornsteinen auszumachen, nun wurden auch noch die Zierleisten im typischen hellblau lackiert. Diese kann man auch auf M/S Flipper (unten) erkennen, der Anfang der 1980er-Jahre im Helgoland-Verkehr von den ostfriesischen Inseln eingesetzt wurde. Heute wird das Schiff im Liniendienst zwischen Cuxhaven und Neuwerk eingesetzt.

 

 

 

 

Ebenfalls Anfang der 1980er-Jahre wurde "Jan Cux II" der Reederei NARG sporadisch von Cuxhaven nach Helgoland eingesetzt. Heute führt das Schiff Ausflugsfahrten von Cuxhaven durch.

 

 

 

 

Das Event-Schiff "Koi" gehört zur Flotte der Adler-Reederei.

Hier ist der Vergnügungsdampfer auf der Elbe zwischen Altona und Blankenese unterwegs.

 

 

 

 

Damit endet der Bericht des Jahres 2022 über die wieder sehr ereignisreiche Sommersaison im Helgoland-Verkehr.

 

 

Kumm Weer !

 

 

 

 

21. September 2021 - Winterfahrplan ausgedünnt

 

Der Winterfahrplan zwischen Anfang November 2022 und Ende März 2023 wird offenbar merklich ausgedünnt. M/S Helgoland fährt zwar um das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel unverändert täglich, in der anderen Zeit werden aber die Tagesrückfahrten immer dienstags und donnerstags aus dem Fahrplan genommen. Dieser reduzierte Fahrplan entspricht in etwa der Anbindung bis einschließlich 2012, bevor im Jahr 2013 die Erreichbarkeit der Insel in der Wintersaison deutlich gesteigert wurde.

 

Nachfolgend die von der Reederei Cassen Eils veröffentlichten Fahrplandaten für die kommende Wintersaison zwischen Anfang November 2022 und Ende März 2023 außerhalb der Weihnachtsfeiertage und des Jahreswechsels im Detail:

 

Cuxhaven - Helgoland (Seebäderschiff)

 

Wochentag Abfahrt Cuxhaven Abfahrt Helgoland
Montag 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Dienstag 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Mittwoch 10:30 Uhr  
Donnerstag 10:30 Uhr 08:00 Uhr + 16:00 Uhr
Freitag 10:30 Uhr 16:00 Uhr
Samstag 10:30 Uhr  
Sonntag   13:00 Uhr

 

Fahrzeit pro Strecke: ca. 2 1/2 Stunden.

 

Die Fahrten in rot wurden bis zum letzten Winter durchgeführt, aber NICHT mehr im Winterfahrplan 2022 / 2023.

Die Fahrt in blau wurde von 7:30 Uhr im letzten Winter auf 8:00 Uhr im Winterfahrplan 2022 / 2023 verlegt.

 

 

 

17. August 2022 - Windjammer auf Kurs Helgoland

 

Gleich doppelt zeigte sich die elegante "Sea Cloud Spirit" im August 2022 im Rahmen

von zwei Nordsee-Kreuzfahrten ab Hamburg vor dem Roten Felsen. 

 

 

Die "Sea Cloud Spirit" an der Hamburger Überseebrücke.

Das Hamburger Abendblatt bezeichnete den Dreimaster auf der Titelseite der Ausgabe

vom 18./19.06.2022 als das "schönste Kreuzfahrtschiff der Welt".

 

 

 

Blick auf das Lidodeck und die Brücke der "Sea Cloud Spirit".

 

Die Errichtung des am 6. September 2021 in Palma de Mallorca getauften Schiffes der Reederei Sea Cloud Cruises verlief alles andere als gradlinig: Bereits im Jahr 2008 erfolgte die Kiellegung. Nachdem die Werft in Vigo / ESP im Jahr 2010 in Konkurs gegangen war, wurde die Fertigstellung des Schiffes eingestellt. 2015 wurde der Rumpf zu Wasser gelassen, der Weiterbau erfolgte jedoch erst ab 2018. Im Zuge der Corona-Pandemie kam es dann erneut zu erheblichen Verzögerungen bei der Fertigstellung, sodaß die für 2020 geplante Taufe und die anschließende Jungfernfahrt ins Jahr 2021 verschoben werden mußten.

 

Die "Sea Cloud Spirit" hat bei einer Vermessung von 5.431 BRZ eine Länge von 138 m, eine Breite von 17,2 m und einen Tiefgang von 5,65 m. Die maximale Geschwindigkeit beträgt maschinenbetrieben 14 kn, unter Segeln günstigenfalls 12 kn. Das Schiff ist für maximal 136 Passagiere in 69 Kabinen (ausschließlich außen) ausgelegt.  

 

 

Auslaufen aus Hamburg:

 

 

Am Heck weht die Flagge von Malta, Heimathafen ist Valletta.

 

 

 

Pflichttermin bei aus Hamburg am Abend auslaufenden Kreuzfahrtschiffen:

Der Gruß an den von Helgoland heimkehrenden "Halunder Jet".

 

 

 

 

Blick über die Freidecks.

 

 

 

Das Sonnendeck, oben mit Blick Richtung Bug, unten Richtung Heck.

 

 

 

In der Elbe, in der Elbmündung und bei den Anläufen der Inseln zum Landgang bewegt sich das Schiff maschinenbetrieben fort, aber auf der offenen See werden die Segel gesetzt:

 

 

Oben ist die Crew in den Wanten und am Großmast zu sehen. Schwindelfreiheit ist unabdingbar, denn die Höhe des Großmastes beträgt 57,90 m über der Wasseroberfläche. Das Setzen der Segel erfolgt auf der "Sea Cloud Spirit" traditionell in Handarbeit und ist extrem arbeits- und zeitintensiv. Allein 19 Beteiligte von insgesamt 85 Mitgliedern der Crew sind für das Setzen und Bergen der Segel zuständig. Pro Mast gibt es ein Team von sechs Personen, wobei davon jeweils ein Crewmitglied die Abstimmung pro Mast übernimmt. Die 19. Person koordiniert übergeordnet das Zusammenspiel und gibt unter anderem die Befehle von der Brücke an die Teams an den drei Masten weiter. Man kann beobachten, daß das Setzen und Bergen aller 28 Segel der "Sea Cloud Spirit" mit einer Fläche von ca. 4.100 m² jeweils etwa eine Stunde dauert.

Unten sind die gehißten Segel vom Sonnendeck aus zu sehen.

 

 

 

 

Insbesondere unter vollen Segeln bietet die "Sea Cloud Spirit" einen grandiosen Anblick.

 

 

 

 

Die "Sea Cloud Spirit" vor List / Sylt.

 

 

 

 

Vor List passiert die FRS Syltfähre "SYLTEXPRESS" nach Havneby / DEN die "Sea Cloud Spirit". Rechts vom Segelschiff ist im Hintergrund in Gegenrichtung die "RØMØEXPRESS" zu erahnen, das zweite Schiff von FRS Syltfähre. 

 

 

 

"SYLTEXPRESS" (oben) und "RØMØEXPRESS" (unten) jeweils im neuen Corporate Design der FRS, das diesem Schiffstyp sehr gut zu Gesicht steht. Beim Bericht über die Helgoland-Kreuzfahrt der "HANSEATIC inspiration" im September 2020 sind diese beiden Schiffe auf nordreport.de noch in alten Farben zu sehen.

 

 

 

 

Das Sonnendeck, hier während der Liegezeit vor List, verfügt über Sonnenliegen und Sofainseln.

 

 

 

 

Von List geht es über Nacht mit langsamer Geschwindigkeit gen Helgoland.

 

 

 

 

Anfahrt auf den Roten Felsen. Kurz darauf geht die "Sea Cloud Spirit" auf der Nordreede vor Anker.

 

 

 

 

Abweichend zu einigen anderen Kreuzfahrten in diesem Jahr mit Landgang auf Helgoland sind die Börteboote bei der "Sea Cloud Spirit" nicht involviert, es werden ausschließlich die eigenen Tenderboote eingesetzt.    

 

 

 

 

Die "Sea Cloud Spirit" vom Klippenrandweg aus gesehen.

 

 

 

 

Von Helgoland geht es unter Segeln zurück in die Elbmündung.

 

 

 

Ein großer Teil des Bordlebens spielt sich auf dem Lidodeck ab: 

 

 

Achtern befindet sich die Lido Bar und das Lido Bistro. Bei gutem Wetter wird hier nicht nur das Mittagessen serviert, sondern in Buffetform häufig auch das Abendessen. Die Bar ist den gesamten Tag bis in den späten Abend geöffnet. Auch das Early Bird Frühstück wird hier angeboten und die Kaffeestunde abgehalten.    

 

 

 

 

An Tagen, an denen das Abendessen nicht auf dem Lidodeck erfolgt, wird das Dinner im Restaurant à la Carte serviert.

Auch das Haupt-Frühstück wird hier in Buffetform angeboten.

 

 

 

Die weiteren Salons wurden aufgrund des guten Wetters zwar quasi nicht genutzt, strahlen aber auch ein gediegenes Ambiente aus: Oben die Lounge, unten die Bibliothek.

 

 

 

 Last but not least beispielhaft ein Blick in eine Kabine:

 

 

Die Kabinen sind geschmackvoll und edel eingerichtet.

Passend zu einem Segelschiff dieser Klasse kommt beim Interieur viel hochwertiges Holz zum Einsatz.

 

 

 

 

Rückkehr nach Hamburg:

 

 

In Kürze wird die "Sea Cloud Spirit" zum Ende der Reise wieder an der Überseebrücke festmachen.

Links am Bildrand ist der "Halunder Jet" zu sehen, der am frühen Morgen

seinen Nachtliegeplatz für die nächste Tagesfahrt nach Helgoland noch nicht verlassen hat.

 

 

Helgoland stand zwar nicht im Mittelpunkt dieser Reisen, sondern eher der Landgang auf Sylt und natürlich das Segeln auf der Nordsee. Die Seefahrt unter Segeln war aber im Gegenzug ein besonderes Erlebnis und eine spezielle Erfahrung, die man auf "normalen" Kreuzfahrten nicht gewinnen kann. Nachdrücklich bleibt insbesondere die Erkenntnis, welch enormer Aufwand und welche Leidenschaft der Crew notwendig sind, um dieses Schiff unter Segeln fortzubewegen.  

 

 

 

7. August 2022 - Mit einem Hauch von Nostalgie

M/S Amera auf der Reede vor Helgoland

 

Vom 5. bis 8. August 2022 absolvierte die "Amera" von Phoenix Cruises eine Kreuzfahrt von Bremerhaven nach Helgoland. Die Titelzeile zu diesem Bericht bezieht sich nicht in erster Linie auf das Kreuzfahrtschiff selbst, auch wenn die "Amera" mit Baujahr 1988 nicht mehr zu den Jüngsten gehört, sondern vielmehr auf das Aus- und Einbooten durch die Börteboote auf der Helgoländer Reede, das man auf dieser Reise wieder einmal miterleben konnte. Dies ist durchaus eine Besonderheit, nachdem die verbliebenen Seebäderschiffe inzwischen alle im Südhafen anlegen und das Aus- und Einbooten über die Helgoländer Reede zuletzt 2019 erfolgt war. Die große Zeit des Aus- und Einbootens ging sogar schon 2006 mit der Außerdienststellung der ehrwürdigen "Weißen Schwäne" zu Ende, an die man sich auf dieser Reise fast zwangsläufig noch einmal erinnert fühlt. Häufig liegt bei kürzeren Kreuzfahrten in der Nordsee der Fokus auf der Insel Sylt mit Austendern vor List, Helgoland wird dann oftmals quasi nur als Zugabe angesteuert. Auf dieser Mini-Cruise stand aber eindeutig der Rote Felsen im Mittelpunkt - Grund genug also, über diese Reise etwas detaillierter zu berichten.        

 

 

Ablegen von der Columbuskaje in Bremerhaven.

Von dort geht am Container-Terminal vorbei in die Deutsche Bucht.

 

 

Blauer Himmel am nächsten Morgen - das Wetter scheint wie gemacht für einen Seetag.

 

 

Noch gehören die Freidecks den verstreuten Frühaufstehern, aber dies ändert sich bald, wenn Kapitän Jarle Flatebø die Gäste dieser Reise zur Begrüßung bei den "Schönen Aussichten" zu einem Umtrunk einlädt.

 

 

Die "Schönen Aussichten" befinden sich auf den oberen Freidecks zwischen Signalmast und Schornstein. In der Mitte befindet sich eine Aktionsfläche (oben), die im früheren Leben der "Amera" einmal ein Swimmingpool war. 

 

 

Skål! (Der Kapitän ist ein Norweger.)

 

Nach der Begrüßung und dem offiziellen Teil geht man zur Party über, aber nicht mit Shanty und Fischbrötchen, was man  angesichts der Reiseroute vielleicht vermuten könnte, sondern mit einer gewagten Kombination aus bayerischem Biergarten und musikalischen Klängen aus dem Rheinland.

 

 

Auch wenn das Schwimmbecken mittschiffs einer neuen Funktion weichen mußte, ist trotzdem ein Pool-Bereich vorhanden, der sich auf dem Achterdeck befindet. Umfangreiche Umbauten und Renovierungen wurden im Jahr 2019 durchgeführt, nachdem Phoenix Cruises das Schiff übernommen und in "Amera" umbenannt hatte. 

 

 

 

 

In Dienst gestellt wurde das Schiff 1989 als "Royal Viking Sun" für die Royal Viking Line. Im Jahr 2002 kaufte die Holland America Line dann das Schiff und brachte es unter dem Namen "Prinsendam" zum Einsatz. Aus dieser Zeit datiert das obige Foto der "Prinsendam" im Hamburger Hafen.

 

 

Nicht zuletzt durch die umfangreichen Renovierungen bei der Umwandlung von der "Prinsendam" zur "Amera" hinterlassen die Salons durchweg einen ansprechenden und modernen Eindruck.

 

Nachfolgend mehrere Fotos aus dem Innenbereich:

 

 

Restaurant "Amera", eines von zwei Hauptrestaurants

 

 

 

Spezialitäten-Restaurant "Pichlers"

 

 

 

Lido Buffet-Restaurant

 

 

 

Harry's Bar

Abends wird hier Musik geboten, morgens erhält man hier das Early Bird Frühstück.

 

 

 

Piano-Salon

 

 

 

Bibliothek

 

 

 

 

Panorama-Lounge

 

 

 

Atlantik-Showlounge

 

 

Nach dem Abendessen wird hier eine kurzweilige ABBA-Show geboten, die gern hätte länger dauern können, aber die Musik spielt sich nun draußen ab, denn über dem Bug der "Amera" erhebt sich der Rote Felsen langsam aus dem Meer.

 

 

 

 

Bereits am Vorabend des Landgangs hat die "Amera" die Helgoländer Nordreede erreicht.

Gegen 21:45 Uhr geht der Backbord-Anker zu Wasser und die "Amera" läßt zur Begrüßung das Typhon mit drei langen Signalen erklingen. Anschließend liegt das Schiff über Nacht vor der Insel.

 

 

 

 

Zu Beginn des nächsten Tages taucht die noch tiefstehende Sonne den Roten Felsen in ein besonderes Licht.

 

 

 

Als Erstes ist das Börteboot "Atlantis" bei der "Amera".

Zunächst werden Vorbereitungen für das Ausbooten getroffen. Unten ist zu sehen, wie das Tauwerk am Rumpf der "Amera" befestigt wird, damit die Börteboote sicher am Kreuzfahrtschiff festmachen können.

 

 

 

Anschließend kann das Ausbooten beginnen:

 

 

Gut ist zu sehen, daß die Lage der Ausbootungspforte bei der "Amera" vom Niveau über der Wasseroberfläche sehr günstig ist, fast so, als hätte man sie für die Anlandung im Helgoland-Verkehr konzipiert. Bei anderen Kreuzfahrtschiffen müssen sogar bei Benutzung der eigenen Tender häufig umfangreiche Gangways oder Pontons am Rumpf befestigt werden.

 

 

 Beim Anblick dieser Fotos sind aufgrund der Ähnlichkeit der Szenerie alte Erinnerungen und Traditionen intuitiv plötzlich wieder sehr präsent. Fast könnte man meinen, es würde sich um das Ausbooten der "Wappen von Hamburg" vor 2007 handeln, aber es ist die "Amera" im Jahr 2022.

 

Zu Landausflügen, bei denen die Kreuzfahrtschiffe nicht direkt im Hafen anlegen, werden die Gäste in der Regel mit den eigenen Tenderbooten an Land gebracht, so bisher auch auf Helgoland. Erst in diesem Jahr ist zu beobachten, daß unterstützend auch Börteboote diese Aufgabe übernehmen. Beim Anlauf der "Amera" kam bemerkenswerterweise hinzu, daß die Börteboote die Anlandung komplett übernommen hatten. Kein einziges Tenderboot der "Amera" wurde vor Helgoland zu Wasser gelassen. Beim Ausbooten der "Amera" lag die Obergrenze bei 35 Passagieren pro Börteboot.    

 

 

 

Mit dem Börteboot von der "Amera" auf die Insel.

 

 

 

Landseitig wird für die Verbindung zur "Amera" die der Einfahrt des Nord-Ost-Hafens nähere Treppe verwendet. Eine entsprechende Schutzzone ist, wie bei Kreuzfahrten üblich, aus Sicherheitsgründen eingerichtet.

 

 

 

Die "Amera" auf der Helgoländer Nordreede ...

 

 

... vom Nordstrand bei der Jugendherberge und ...

 

 

... vom Klippenrand aus gesehen.

 

Die "Amera" hat bei einer Vermessung von 39.051 BRZ laut Angabe von Phoenix Cruises eine Länge von 205 m, eine Breite von 29 m und einen Tiefgang von 7,25 m. Die maximale Geschwindigkeit beträgt 21,5 kn, die Reisegeschwindigkeit wird mit 15 bis 18 kn angegeben. Der Heimathafen ist Nassau, der Flaggenstaat sind die Bahamas. Das Schiff ist für maximal 835 Passagiere ausgelegt, auf der Fahrt nach Helgoland befanden sich aufgrund der derzeit geltenden Corona-Sicherheitskonzepte ca. 750 Passagiere.

 

 

 

Mit dem letzten Boot zurück zur "Amera".

 

 

Während des Abendessens wird der Anker eingeholt und die "Amera" macht sich anschließend mit langsamer Fahrt auf den Weg Richtung Wesermündung, ...

 

... die am nächsten Morgen erreicht ist.

 

 

Erneut ein traumhafter Sonnenaufgang. 

 

 

 

Wenig später geht die Reise zu Ende und die "Amera" macht hinter der "Mein Schiff 3"

wieder an der Columbuskaje in Bremerhaven fest.

 

 

 

Rückblickend läßt sich resümieren, daß die Reise, die ja vom Veranstalter als Schnupper-Cruise deklariert wurde, eine gelungene Promotion war für Phoenix und die "Amera", aber auch für den Roten Felsen im Allgemeinen sowie die Tradition und Erhaltung des Helgoländer Börtebetriebs im Speziellen.

 

 

Archiv: News aus dem 1. Halbjahr 2022

 


© 2022 Alexander David

    Letzte Aktualisierung: 30.11.2022